
Im Ullachgraben, einem der wenigen tieferen Einschnitte in das Gebirge, finden wir die Werfener Schichten wunderbar aufgeschlossen. Sie bilden den Sockel der Leoganger Steinberge. Den Abschluß des Ullachtales bildet der Örgenkessel mit der wildromantischen Kulisse der 1400 m hohen Südwand des Birnhorns bzw. Hochzints. Diese Wände zeigen uns 1000 m mächtigen Dolomit und in den höchsten Partien 500 m Dachsteinkalk. Das Birnbachloch liegt einige hundert Meter östlich des Birnbachgletschers in 1291 m Seehöhe. Es handelt sich um eine Karstquelle in einer großartigen, von latschenbewachsenen Kalkfelsen geprägten Umgebung. Der optische Eindruck des Birnbachloches wird bestimmt von einer ca. 20 m breiten „geräumigen Eingangshalle, in deren Hintergrund der Birnbach entspringt und anschließend in anmutigen Kaskaden den Berg hinunterstürzt. Die Schüttung schwankt zwischen 5 Litern im Spätherbst und Winter und 300 Litern bei Schneeschmelze und Starkregen.
Im Spätherbst und Winter kann man mehrere Meter tief in die Quellhöhle absteigen. In der geräumigen Kammer verschließt ein Siphon, der auf den Nebenaustritt eingespiegelt ist, die Höhle. Er vermittelt den Eindruck eines Sees, wie er auch in der Sage dargestellt wird (Lahnsteiner: „Im Inneren des Berges ist ein großer See, der immer Wasser abgibt und nicht ergründbar ist.“)
Im Jahre 1930 kam es zu einem gewaltigen Einsturzbeben, wahrscheinlich ausgelöst durch einen Deckeneinsturz. Die Erschütterungen waren bis in 50 km Entfernung wahrnehmbar. Augenzeugen berichteten, dass die Quelle damals 14 Tage lang verschmutztes Wasser führte. Es dürfte sich im Inneren tatsächlich ein See und ein größeres Höhlensystem befinden, das vielleicht sogar Verbindung mit der großartigen Lamprechtsofenloch-Höhle hat.
1988 wurde das Birnbachloch wegen seiner wissenschaftlichen Bedeutung, Eigenart und Schönheit zum Naturdenkmal erklärt.